„Natürlich wusste ich schon, dass da sehr viele grausame Sachen passiert sind. Aber wenn man dann an so einem Ort ist, ist es etwas ganz anderes.“ (Paul K.)

Während der Geschichtswoche (17.-21. März) besuchten die vier 10. Klassen unserer Schule an zwei Tagen die KZ-Gedenkstätte Salzgitter-Drütte. Das ehemalige Außenlager des KZ Neuengamme wurde 1942 eingerichtet und befand sich direkt unter der Hochstraße auf dem Werksgelände der Reichswerke „Hermann Göring“. Es hatte eine Sollstärke von ca. 3000 Häftlingen, mehrere Hundert Menschen starben hier in den knapp drei Jahren bis 1945.

„Man hat einen wirklich guten Eindruck davon bekommen, wie grausam die Lebensbedingungen dort zur Zeit des Zweiten Weltkriegs waren. Dadurch wurde einem nochmal viel deutlicher, dass so etwas Schlimmes nie wieder vorkommen darf und jeder Mensch gleich viel wert ist.“ (Justus)

Der Besuch begann mit einer 1,5-stündigen Führung über das Gelände der Gedenkstätte. Dabei erhielten die Jugendlichen umfassende Informationen über die Geschichte und den Aufbau des Lagers, aber vor allem über die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen die Häftlinge zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Exemplarisch sei hier der Appellplatz genannt, auf dem die Lagerinsassen zum Teil bei eisiger Kälte und dünner Kleidung mehrere Stunden stehend verbringen und unter anderem auch Hinrichtungen von Mithäftlingen mitanschauen mussten. Dass sich dieser Platz unmittelbar neben der öffentlichen Hochstraße befand, zeigt deutlich, dass ein Wegschauen der Zivilbevölkerung im Grunde nicht möglich war. Konzentrationslager gehörten im Stadtbild und damit im Alltag der Menschen dazu.

„Es war schlimm, nochmal genau zu hören und zu sehen, was eine Personengruppe einer anderen antun kann.“ (Bjarne)

Im Anschluss an die Führung nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem 2,5-stündigen Workshop teil. Im Dokumentationszentrum der Gedenkstätte erarbeiteten sie in Kleingruppen verschiedene Aspekte des Lagerlebens anhand von Stelen und setzten sich mit verschiedenen Zitaten von Häftlingen auseinander. Themenschwerpunkte waren unter anderem „Kleidung“, „Ernährung“, „Funktionshäftlinge“ und „Kontakt nach Hause“.

„Ich fand es interessant, dass die KZ-Häftlinge in ihren Briefen nicht schreiben durften, dass es ihnen schlecht geht.“ (Bennet)

Im Nachgang der Exkursion wurden die Schüler:innen der 10L2 gebeten, ihren wesentlichen Eindruck in wenigen Worten bzw. Sätzen zu formulieren. Die hier exemplarisch eingeflochtenen Statements unterstreichen sehr deutlich die Wichtigkeit, die Erinnerung an die Vergangenheit wachzuhalten und sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen und dabei eben auch an die Originalplätze zu fahren.

„Ich konnte mich dort viel stärker in die Personen hineinversetzen, die in einem KZ gelitten haben. Durch die Zitate wurde man den Personen auf eine gute Art sehr nahe gebracht und kann sich besser vorstellen, wie schlimm diese Zeit gewesen ist. Gleichzeitig wirkte es auch so irreal und völlig fern von einem. Und manchmal kann ich gar nicht fassen, dass so etwas wirklich mal passiert ist und der Alltag von so unfassbar vielen Menschen sein musste.“ (Sophie)

 

Markus Becker

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